(Berühmte?) letzte Worte

„Politisches Handeln ergibt sich nicht schon ohne weiteres aus Moral, Ethik oder Theologie. Politisches, pragmatisches Handeln bedeutet die vernunftgemäße Nutzung von Mitteln zu einem moralisch gerechtfertigten Ziel, und die Mittel dürfen auch nicht unmoralisch sein. Ich denke oft, dass Politik die Anwendung feststehender sittlicher Grundsätze auf wechselnde Situationen sein muss. Deshalb darf es kein pragmatisches, kein praktisches Handeln geben ohne die Pflicht, die Bindung an sittliche Grundsätze und Grundwerte.“

aus Helmut Schmidts letztem Bericht zur Lage der Nation als Bundeskanzler am 9. September 1982 im Bundestag (zitiert in der SZ)

Ein Kurier überbrachte mir ein Buch aus dem Bestand von John Harris. Es handelte sich dabei um eine mir noch unbekannte postume Veröffentlichung eines Werkes von Samuel Hirschmann, dem unvergesslichen Präsidenten. Gleich auf der ersten Seite hatte Harris einen Satz angestrichen: Oberstes Ziel aller Staatsführung muss es sein, die verhängnisvolle Kluft aufzuheben, die – fast immer – zwischen der so genannten Realpolitik und den Grundsätzen der Ethik klafft.
Ein Blatt, beschrieben mit der steifen Handschrift des ehemaligen Delta-VII-Commanders, war beigefügt: »Dies, mein lieber Brandis, steht als Wahlspruch über unserer Zukunft, falls wir sie erleben. So oder so: Wir haben es versucht.«
Später begriff ich, dass John Harris in der schrecklichen Einsamkeit eines Präsidenten mir damit seine Freundschaft angeboten hatte.

aus Nikolai von Michalewsky (als Mark Brandis), "Aufstand der Roboter", Freiburg 1972

Das hätte aus der gleichen Feder kommen können.

Die beiden hätten sich bestimmt einiges zu sagen gehabt …

Trump = Smith?

Heute ist ein besonderer Tag für die Welt: der 45. Präsident der USA kehrt als 47. Präsident zurück ins Weiße Haus. Sein Elektorat hat die Gerichtsverfahren gegen ihn als „unerheblich“ abgetan. Warum? Vermutlich weil es der republikanischen Presse gelungen war, auf das Wunschdenken der Wähler aufzubauen, dass all das, was man ihm vorwirft, entweder „eine Hexenjagd der politischen Feinde“ war, oder „eben nicht so schlimm ist, weil Trump ja ansonsten die richtigen Prioritäten hat:

  • Einwanderer raus,
  • schwarze Historie raus aus den Unis,
  • freie Waffenwahl,
  • Frauen zurück auf ihren Platz,
  • christlicher Nationalismus als Volksreligion,
  • und die Umwelt ist egal“.

Dass das mehrheitsfähig ist, hätte ich vor ein paar Jahren, eigentlich noch bis November, nicht für möglich gehalten.

Wenn ich an die Mark-Brandis-Bücher denke, speziell an den Bürgerkrieg-Zyklus, und damit an den General aus Texas, der ja auch ein totalitärer Führer aus den USA war, so stellt sich mir die Frage: sind die beiden eigentlich vergleichbar?

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MB-Special in der „phantastisch!“ (#64)

Seite Ende Oktober und noch bis Ende des Jahres im Bahnhofsbuchhandel zu kaufen ist die Ausgabe #64 der Quartalszeitschrift „phantastisch!“, zu der Autor Olaf Brill einen längeren Hintergrundartikel zu MARK BRANDIS beigetragen und zudem ein Interview mit Comicautor Michael Vogt und Hörspielautor Balthasar geführt hat.

Zitat aus dem Vorwort des Chefredakteurs:

Liebe Freunde des phantastischen Genres,
wie bereits im letzten Heft angekündigt, widmen wir uns in dieser Ausgabe in besonderer Weise dem Thema MARK BRANDIS. Olaf Brill stellt Nikolai von Michalewskys Jugendbuchreihe vor und hat zudem ein Gespräch mit Michael Vogt und Balthasar von Weymarn geführt.
Balthasar von Weymarn ist seit 2007 verantwortlich für die erfolgreiche MARK BRANDIS-Hörspielreihe, die 2015 abgeschlossen wurde und seit 2014 durch Mark Brandis’ Jugendabenteuer erweitert wird. Außerdem erscheinen ab Oktober 2016 bei Panini die Comicalben von Michael Vogt zum »Bürgerkrieg-Zyklus«, basierend auf den ersten vier MARK BRANDIS-Büchern.

Titelbild der

Titelbild der „phantastisch!“

Online auch hier erhältlich!

„Erinnerungen an Mark Brandis“

Sechs Jahre nach der Erstveröffentlichung im SF-Jahrbuch 2006 und in phantastisch! #28 freuen wir uns, den Fans von Mark Brandis mit freundlicher Genehmigung des Autors nun den vollständigen und ungekürzten Artikel „Erinnerungen an Mark Brandis„, geschrieben von Dr. Alexander Seibold, zur Verfügung zu stellen.

Der Autor hatte 1991 Nikolai v. Michalewsky zuhause besucht und dabei viel über den Weltraumhelden, seinen Schöpfer und das Schreiben an sich erfahren. Eingestreut in die Veröffentlichung sind kurze Statements treuer Leser der Bücher.

Viel Spaß!

SF-Dinosaurier

Auch jetzt, mehr als ein Vierteljahrhundert, nachdem ich die Geschichten um die Weltraumpartisanen das erste Mal gelesen habe, mehr als 40 Jahre nach der Erstveröffentlichung von „Bordbuch Delta VII“, empfinde ich die Geschichte noch als frisch und modern erzählt, meines Erachtens haben diese Romane keinerlei Patina angesetzt.

Ein Loblied auf den SF-Klassiker (insbesondere auf die ersten vier Bände) hat a3kHH auf seinem Blog veröffentlicht.