„Woran du glaubst …“ — Biographien (3): Norma Bowe

Dass eine Krankenschwester nicht wegsieht, wenn jemand Hilfe braucht, sehen wir sozusagen als selbstverständlich. Es ist ihr Job.

Aber wir gehen auch davon aus, dass das willkommen ist. Ein Konsens in unserer Gesellschaft. „Lassen Sie mich durch, ich bin Sanitäter“ ist ein Satz, der nach unserem Verständnis wohl kaum ein „Nee, ich lasse Sie nicht durch, wo kämen wir denn da hin?“ auslösen würde.

Die Frage wird interessant, wenn Helfen nicht nur brüsk zurückgewiesen wird, sondern aktive Gegenwehr hervorruft. Was dann? Wie würde man als Person, die die Notwendigkeit von Hilfe sieht und sie aktiv anbietet, dann handeln?

Norma Bowe ist Krankenschwester und Großmutter. Ihre mobile Gesundheitsstation erreicht Menschen, die sonst medizinische Hilfe oft nicht bekämen: vor dem Abschiebegefängnis Delaney Hall in Newark versorgt sie Angehörige von Inhaftierten, Unterstützer und die Menschen, die für viele längst nur noch politisches Streitmaterial ist.

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Ist Mark Brandis wirklich SF?

Die Serie Mark Brandis war eine Auftragsarbeit — vergeben vom Lektor des Herder-Verlags an einen erfahrenen und zuverlässigen Autor, der aus seiner Perspektive der Aufgabe gewachsen sein würde, Weltraumgeschichten für Jugendliche zu schreiben, die dem Ansehen des renommierten katholischen Verlagshauses keine Schande machen würde. Und das, obwohl Nikolai von Michalewsky mit Zukunftsgeschichten keine Erfahrung und auch nichts am Hut hatte.

Er war Profi (und hatte eine Familie zu ernähren), deswegen machte er sich auch als Profi an die Arbeit. Den klassischen Ratschlag an Generationen junger Autoren, „schreib über das, was du kennst“, nahm er sich zu Herzen und schrieb über das, was er kannte: die Seefahrt. Um sie in den Weltraum zu verlegen, änderte er nicht viel; und den Ehrgeiz, zukünftige Technik vorherzusagen, besaß er nicht. Das erklärte einerseits die unbestrittene Schwäche der Mark-Brandis-Romane: die Technik. Ihre Beschreibung wirkte mehr gegenwärtig als zukünftig, klar unterworfen dem Diktat der Geschichten, die sich immer schon um Anderes drehten. Und das ist andererseits genau der Grund, weswegen sie ihren Reiz nicht verloren haben: es geht nicht um „die Gesellschaft der Zukunft“, nicht um „außerirdische Gesellschaftskonzepte“. Es geht um die Fragen, die das Menschsein begleiten. Was macht es aus, Mensch zu sein? Wie wichtig ist der sprichwörtliche morgendliche Blick in den Spiegel?

„Woran du glaubst, dafür sollst du leben und sterben“, das ist keine SF. Dieser Leitsatz könnte genauso gut eine Geschichte von Dumas dem Älteren begleiten, oder die Master & Commander-Geschichten von Patrick O’Brian.

Spielt es also keine Rolle, ob Mark Brandis SF ist?

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„Woran du glaubst …“ — Biographien (2): Nawalny

Über Alexei Nawalny im Internet zu schreiben, ist ein wenig wie die berühmte Eule nach Athen tragen — wenn man nicht schon als aktive Beobachter/in der russischen Politik zwischen 2015 und 2020 von ihm erfahren hatte, war es spätestens der 2023 mit einem Oscar preisgekrönte und inzwischen vollständig online veröffentlichte Dokumentarfilm über seine erste schwere Kampfstoff-Vergiftung, der weiteres Unwissen über seine Person und Mission sehr erschwerte.

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SALOMON 26 (2) — K.I. bzw. „Künstliche Cleverness“

„Salomon 76“ ist einer der Mark-Brandis-Bände, der sich unter Brandis-Fans großer Beliebtheit erfreut, aber nicht in Hörspielform adaptiert wurde. Statt dessen, sozusagen 50 Jahre später, soll „Salomon 26“ jetzt als Kategorietitel für eine Artikelreihe stehen, die sich mit Besonderheiten von „Künstlicher Intelligenz“ beschäftigt.

„Künstliche Intelligenz“ ist ein Begriff aus der SF. Ein sehr alter Begriff. Er beschreibt eine Vision, keine Realität, und ehrlich gesagt nicht einmal ein genaueres „Wie“.

Wie eigentlich immer dann, wenn ein SF-Begriff in den Alltagsgebrauch übernommen wird, ist ein Bedeutungswandel da mit drin. Und in diesem Fall eine massive Benutzertäuschung.

„Künstliche Intelligenz“ ist keine. Sie ist bestenfalls derzeit „künstliche Cleverness“.

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Rublews Expedition im Buch

In den Hörspielen der Hauptserie wird Col. Rublews Expedition zum ersten Mal erwähnt, als Brandis bei Monnier um Verzeihung bittet („Unternehmen Delphin“). Dann wieder in „Ikarus, Ikarus“ und „Geheimsache Wetterhahn“, als es um die Artefakte des Wanderplaneten geht.

In der Serie „Raumkadett“ wird der Faden aufgegriffen, als die Havarie der Alpha unter Marks erstem Kommando zum Höhepunkt der letzten Folge und damit die Tragödie aufgedeckt wird.

Aber das ist keine Erfindung der Hörspieldramaturgie. All das hat seinen Ursprung in ein paar Zeilen aus den Büchern von Nikolai von Michalewsky:

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