Stundenschlag EINS

Es scheint ganz unverändert: Grasberg im Teufelsmoor. Die Zeit hat einen Bogen gemacht um dieses verträumte Fleckchen Erde. Ja, es ist immer noch wunderschön dort nördlich von Worpswede. Und ja, alles scheint, wie es immer war. Und nein, mit dem Teufel hat das nichts zu tun. Der Moorboden der Niederung im Landkreis Osterholz zwischen Bremen und Bremervörde erwies sich für die Landwirtschaft zunächst als völlig ungeeignet. Man konnte ihn allenfalls als Heizmaterial verkaufen. Die Menschen, die seit mindestens vierhundert Jahren über die Hamme und den Wümme-Nebenfluss Wörpe dorthin vordrangen, sprachen vom doofen Moor oder vom tauben Moor, was zu dem heutigen Namen Teufelsmoor führte.

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Nach 25 Jahren …


„…ich bin der stundenschlag / ich bin ich werde bleiben…“

Fünfundzwanzig Seelenjahre sind verstrichen, seit Nikolai von Michalewsky am 27.12.2000 in Grasberg verstarb. „Im banne von gewalten“, so seine Worte, „kommt der tag / und keiner kann mich halten.“ Dann „verlasse ich mein haus – arm wie ich kam. doch eines darf nicht fehlen auf meinem weg zu Gottes thron: gib mir die liebe mit ins reich der seelen.“


Der Autor der Mark Brandis-Reihe ist uns den Weg vorausgegangen, den Weg alles Irdischen, dem keiner auszuweichen vermag, sei es angstvoll, sei es leidend, sei es vertrauensvoll… „denn immer heben Gottes hände ins gleiche licht auch dich empor“ – so spricht uns Nikolai von Michalewsky in einem seiner Gedichte Mut zu. Der Tod war für ihn „kein weg ins nichts, kein finstres tor“. Er sah einen leuchtenden Himmel am Ende seines Erdenlebens, Gottes ewiges Licht.

Die Rubrik „…ich bin der stundenschlag / ich bin ich werde bleiben…“ möchte nach einem Vierteljahrhundert innehalten und eine Bestandsaufnahme versuchen. Wo sind wir, wo stehen wir? Was ist geblieben von Nikolai von Michalewsky, von seinen Helden, von seiner Haltung zum Leben und zum Sterben? Was ist geworden aus der Welt, ja was mag noch werden aus einem grassierenden Militarismus, den gefährlichen Technikentwicklungen, die die Menschen des 21. Jahrhunderts bedrohen – des Jahrhunderts, in dem Nikolai von Michalewsky die Handlung seiner Romane beginnen ließ und dessen Anfang er selbst nicht mehr erlebt hat. Was würde er wohl sagen zur geopolitischen Blockbildung und den immer fragwürdigeren multilateralen Bündnissen, die an mafiöse Bandenbildung denken lassen? Was hielte er wohl von der Hoffnung auf die Large Language Models als Allround-Heilmittel, den Rufen nach künstlicher Wetterbeeinflussung, um den zunehmenden Extremwetter-Ereignissen Herr zu werden und schließlich dem Versickern von Solidarität und Empathie?

Die hier in lockerer Folge erscheinenden Beiträge, die unter unterschiedlichen Perspektiven diesen Fragestellungen nachgehen wollen, werden gesammelt unter dem Schlagwort „Stundenschlag“ und werden auch darüber aufrufbar sein.

Der erste Stundenschlag erscheint am 16. August um 14 Uhr.

„Woran du glaubst …“ — Biographien (2): Nawalny

Über Alexei Nawalny im Internet zu schreiben, ist ein wenig wie die berühmte Eule nach Athen tragen — wenn man nicht schon als aktive Beobachter/in der russischen Politik zwischen 2015 und 2020 von ihm erfahren hatte, war es spätestens der 2023 mit einem Oscar preisgekrönte und inzwischen vollständig online veröffentlichte Dokumentarfilm über seine erste schwere Kampfstoff-Vergiftung, der weiteres Unwissen über seine Person und Mission sehr erschwerte.

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SALOMON 26 (2) — K.I. bzw. „Künstliche Cleverness“

„Salomon 76“ ist einer der Mark-Brandis-Bände, der sich unter Brandis-Fans großer Beliebtheit erfreut, aber nicht in Hörspielform adaptiert wurde. Statt dessen, sozusagen 50 Jahre später, soll „Salomon 26“ jetzt als Kategorietitel für eine Artikelreihe stehen, die sich mit Besonderheiten von „Künstlicher Intelligenz“ beschäftigt.

„Künstliche Intelligenz“ ist ein Begriff aus der SF. Ein sehr alter Begriff. Er beschreibt eine Vision, keine Realität, und ehrlich gesagt nicht einmal ein genaueres „Wie“.

Wie eigentlich immer dann, wenn ein SF-Begriff in den Alltagsgebrauch übernommen wird, ist ein Bedeutungswandel da mit drin. Und in diesem Fall eine massive Benutzertäuschung.

„Künstliche Intelligenz“ ist keine. Sie ist bestenfalls derzeit „künstliche Cleverness“.

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Rublews Expedition im Buch

In den Hörspielen der Hauptserie wird Col. Rublews Expedition zum ersten Mal erwähnt, als Brandis bei Monnier um Verzeihung bittet („Unternehmen Delphin“). Dann wieder in „Ikarus, Ikarus“ und „Geheimsache Wetterhahn“, als es um die Artefakte des Wanderplaneten geht.

In der Serie „Raumkadett“ wird der Faden aufgegriffen, als die Havarie der Alpha unter Marks erstem Kommando zum Höhepunkt der letzten Folge und damit die Tragödie aufgedeckt wird.

Aber das ist keine Erfindung der Hörspieldramaturgie. All das hat seinen Ursprung in ein paar Zeilen aus den Büchern von Nikolai von Michalewsky:

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