Neu: Der „Bürgerkriegszyklus“ als Comic

Update 4.1.18: Arbeit an „Unternehmen Delphin“ läuft!

Seit vielen Monaten entsteht in Michael Vogts stillem Büro in Berlin-Lichterfelde eine epische Adaption des Bürgerkriegszyklus als Comic. 2016 wurde mit Panini Comics ein Verlag gefunden, und die ersten zwei Bände sind auf dem Markt!

Titelbild "Bordbuch Delta VII"

Titelbild „Bordbuch Delta VII“

Titelbild "Verrat auf der Venus"

Titelbild „Verrat auf der Venus“

Im Comic-Report stellte Panini-Comics-Vertriebsleiter A. Bubenheimer das Herbstprogramm 2016 vor und ging dabei besonders auf diese Adaption ein:

Es ist in jedem Bereich immer schön und befriedigend, auch deutsche Künstler im Programm zu haben, ein Stück weit sehen wir das auch als Verpflichtung gegenüber dem Markt, in dem wir agieren. Im Superheldenbereich geht das ja über einen Umweg, bei Cartoons und Graphic Novels machen wir das regelmäßig in jedem Programm. Und jetzt halt auch bei Alben. Aber die konkrete Antwort ist, dass Michael Vogt, der in enger Verbindung zu der Witwe des Mark Brandis-Autors steht, das Comicprojekt konzipiert hat und damit auf uns zukam. Das Konzept hat uns gleich überzeugt, zumal wir wissen, dass die Hörbuchreihe recht erfolgreich läuft, und eine Adaption als Comic bietet sich bei diesem Stoff wirklich gut an. Und deshalb hebt er jetzt ab.

Arbeitsgerät Wacom-Tablet

Arbeitsgerät Wacom-Tablet

Stilistisch hat Michael Vogt eine RETRO-FUTURISTIK angestrebt — SF-Elemente wie die Venuskolonie, schwebende Fahrzeuge und die Raumschiffe werden kontrastiert durch Kleidung, Frisuren und Tapeten, die auf das Jahrzehnt der Entstehung der Bücher hinweisen: die 1970er. Zeit, dass er uns mal erzählt, wie sowas abläuft und aussieht.

Michael Vogt: Seit 2008 entstehen meine Comics größtenteils digital. Ich nutze dazu das Programm „MangaStudio“, das in Zusammenhang mit dem digitalem Zeichenbrett „Wacom Cintiq“ ein Arbeiten wie auf Papier ermöglicht (Abb. rechts), mit allen Vorteilen, die rechnerbasiertes Arbeiten bietet. Der allererste Schritt erfolgt aber nach wie vor auf Papier: Nachdem ich das Skript grob auf Comicseiten verteilt habe, fange ich an, Seitenskizzen, sogenannte „Thumbnails“ zu skizzieren. Jede Skizze ist etwas kleiner als eine Postkarte, so dass vier davon auf eine normale DIN-A4-Seite passen.

Sie dienen als erste grobe Übersicht, ob alle Szenen so funktionieren, wie ich mir gedacht habe und welchen Platz sie benötigen. Danach übertrage ich diese Skizzen in etwas feinerer Form in das Zeichenprogramm (Rohskizzen) und setze auch schon den Text ein, um den Platzbedarf hierfür zu ermitteln. Wenn ich mit der Seite zufrieden bin, mache ich eine präzisere Vorzeichnung (Feinskizze) und ändere gegebenenfalls noch Blickwinkel oder Aufbau ein wenig (hier zum Beispiel die Ansicht im linken unteren Panel). Der Vorgang ist die digitale Variante der üblichen Bleistiftvorzeichnung einer Comicseite und wird auch als „Pencils“ bezeichnet. Der nächste Schritt ist das „Tuschen“ oder „Inking“, der finale schwarze Strich, der die Zeichnung definiert. Als letztes erfolgt dann das Kolorieren der Seite. Ich nutze dazu das weitgehend bekannte Programm „Photoshop“. Insgesamt brauche ich an Arbeitszeit für eine Seite etwa 3-4 Tage.

Und so sehen die einzelnen Stufen einer Seite von Thumbnail bis zur Vollfarbseite aus:

Der Soundtrack kommt!

Es ist soweit: eine „Best-Of“-Zusammenstellung der Hörspielmusik auf CD und als Download ist da!

Sommer 1986. Schulferien! Endlich war es wieder so weit. Mein Freund und Cousin Balthasar und ich hatten ein paar Kassettengeräte zusammengetragen, nannten das ein »Tonstudio« und tauchten ab in eine unserer geliebten Hörspielproduktionen. Wir nahmen nicht einfach nur auf, wir lebten in diesen Geschichten, so dass alles um uns herum verschwamm. Unser Ziel: dem Abenteuer in unseren Köpfen einen Klang zu geben.

In den Pausen las ich meinen ersten Mark-Brandis-Roman: »Bordbuch Delta VII«. So, genau so, da waren wir uns einig, sollten sich auch unsere Geschichten anfühlen.

Viel später und völlig unerwartet erhielten wir die Gelegenheit, eben diese Mark-Brandis-Geschichten nach unserer Vorstellung zu vertonen. Wir taten das mit derselben Leidenschaft, die uns von Anfang an getragen hatte. Endlich benötigten wir keine Musik mehr von Platte oder CD, sondern ich konnte selbst in die Vollen gehen. Aus den Kassettengeräten war inzwischen ein wirkliches Tonstudio geworden, dicht bepackt mit alten und neuen Synthesizern, die nur darauf warteten, ihre Klänge auszuschütten. Wir brauchten Themen: Mark Brandis, Ruth O’Hara, der General, Spannung, Melancholie und Action. Also vergrub ich mich und machte das, was ich am liebsten tat: Musik bis zur Morgendämmerung. Wieder verschwamm die Welt um mich herum, doch diesmal war es der Beginn eines großen Projektes.
Mehr als 250 Stücke sind in einem Jahrzehnt entstanden, die sich zum Teil auf den 32 Hörspiel-CDs wiederfinden. (Jochim-C. Redeker)

–> Mehr zum Soundtrack mit Cover, Titelliste und Hörprobe

Neuer Radiobeitrag zu MARK BRANDIS

MDR_LOGO_FigaroMDR Figaro (inzwischen: MDR Kultur)hat vor wenigen Tagen einen Beitrag des Journalisten Thomas Hartmann ausgestrahlt, der die Hörspielserie MARK BRANDIS zum Thema hat, und der neben einem Interview auch viele Ausschnitte aus der Serie enthält.

Wir freuen uns, mit der nicht ausgestrahlten Langfassung dieses Beitrags den Fans der Hörspielserie, die diesen Beitrag möglicherweise verpasst hatten, ein zusätzliches „Schmankerl“ zu präsentieren. Dank an Herr Hartmann für die freundliche Genehmigung!

Viel Spaß!

Die Kurzfassung des Beitrags war zu hören auf MDR Figaro.

HIGHLIGHTS: Flüchtlingskrise

Alarm für die Erde: angesichts der aktuellen Lage in Syrien ein weiteres Beispiel, wie zeitlos-aktuell die MARK-BRANDIS-Geschichten sind.

Mark Brandis (gesprochen von Michael Lott) ist als Hochkommissar verantwortlich für die Menschen, die versuchen, den Folgen der Kilimandscharo-Atommüll-Katastrophe nach Europa zu entkommen. Er bemüht sich, bei Oberst Leighton Verständnis für die Situation zu wecken. Das ist schwerer als erwartet.

Wunderbar realistisch oder zu heftig für Freunde eskapistischer Hörspielunterhaltung? Sie entscheiden.

Audiointerview mit David Nathan

2010 interviewte ich für Space View nach den Aufnahmen zu „Raumsonde Epsilon“ David Nathan, während er noch im Studio in der Sprecherkabine saß. Schwerpunkte waren neben der Sprechertätigkeit (hauptsächlich für Film) auch seine Arbeit als Synchronregisseur. Fünf Jahre später nun freue ich mich, Euch den O-Ton der Antworten zusammen mit den Fragen „ans Ohr zu legen“.

Hier sind die Fragen … die Antworten gibt David, getrennt durch etwas Stille, also immer mitlesen! Natürlich duzen er und ich uns, aber für die Zeitschrift waren die Fragen mit dem höflicheren „Sie“ formuliert.

  • Haben Sie das „Synchronblut“ von Ihrem Vater geerbt oder wurden Sie von Ihren Eltern als Kind schon für diesen Beruf „ausgewählt“?
  • Wie haben Sie die Rolle von Grischa Romen bekommen?
  • Wenn Sie den Dialogtext – wie z.B. für Grischa Romen – erhalten, wie gehen Sie da bei der Interpration des Textes vor, um Ihren Part etwas Besonderes zu geben?
  • Haben Sie Schauspieler, die Sie synchronisiert haben, auch schon persönlich getroffen?
  • Sie sind nicht nur als Synchronsprecher tätig, sondern auch als Dialogbuchautor und Synchronregisseur tätig. Was davon macht Ihnen am meisten Spass und warum?
  • Beim Synchronisieren ist es bekanntermassen schwierig, Witze und Redewendungen im Englischen ins Deutsche zu übertragen. Wie sind Sie denn da vorgegangen?
  • Soweit mir bekannt ist, ist die englische Sprache ca. 20-25% „kürzer“ als Deutsch. Wie schafft man es, bei beim Erstellen eines Dialogbuchs die unterschiedlichen Längen der Sprachen zu überbrücken, ohne dass es bei den Lippenbewegungen auffällt?
  • Ist es Ihnen schon im Alltagsleben passiert, dass Leute sich nach Ihnen umdrehen und Sie ansprechen, weil ihnen die Stimme bekannt vorkommt, aber nicht unbedingt das Gesicht?
  • Hören Sie sich die Originalstimmen an und versuchen, bestimmte Eigenarten der Schauspieler in der Synchronisation zu übernehmen?
  • Wie sehen Sie die allgemeine Qualität der Synchronisation in Deutschland? Kann man bei dem geforderten Tempo der Synchronisation noch auf Qualität achten?
  • Gibt es eine Lieblings-Synchronrolle?

HIGHLIGHTS: Chemnitzer foltert Brandis

Die Zeitspule: Das letzte Aufeinandertreffen der Erzfeinde der MARK BRANDIS – Hörspiele, dem Titelhelden und seinem Gegner Friedrich Chemnitzer findet unter beängstigenden Bedingungen statt. Brandis (gesprochen von Michael Lott) wacht nach der Entdeckung einer Eishöhle in der Antarktis auf und sieht sich in der Gewalt seines Widersachers (verkörpert von Thomas Nero Wolff). Der hat etwas besonders Perfides mit Brandis vor und schreckt vor nichts zurück.

Unnötig zu betonen, dass diese Szene im Buch nicht vorkommt.

Zu hart für ein „all ages“-Hörspiel? Sie entscheiden.