Stundenschlag ZWEI

„Aus einem fremden, feindlichen Himmel kehrst du heim in die Welt der Menschen.“ So beginnt die 31-bändige Reihe ‚Weltraumpartisanen‘ von Nikolai von Michalewsky. Sieht man die Welt von oben aus dem Orbit, kann man keine Grenzlinien erkennen. Entsprechend müsste man doch annehmen, dass sich die menschlichen Wesen, die auf der Oberfläche dieser Welt umherkrabbeln, als Geschwister begreifen. Was auch sonst?

Tatsächlich ist die Menschheit weit davon entfernt, sich als Einheit zu begreifen. Wie fremd, wie angstbesetzt, wie gegensätzlich sich Menschen in Wirklichkeit begegnen, führt uns Nikolai von Michalewsky nicht nur anhand des erzählerischen Umfelds von Mark Brandis immer wieder vor Augen. Den Mangel an Geschwisterlichkeit, an Menschlichkeit, ja sagen wir ruhig die eklatante ‚Knappheit an Sein‘ bei vielen bedeutenden und unbedeutenden Individuen setzte er in seinen Hörspielen und beispielsweise auch in den unter den Pseudonymen Nick Norden und Victor Karelin erschienenen Romanen in fesselnde Handlung um. Er zeigte uns in seinen Werken aber auch die andere Seite: herausragende Persönlichkeiten, die mit kleinen, ja unscheinbaren Handlungen zum richtigen Zeitpunkt das Richtige taten und so Gegensätze überwanden und Frieden stifteten, und auf diese Weise der Menschlichkeit zur Geltung verhalfen.

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Stundenschlag EINS

Es scheint ganz unverändert: Grasberg im Teufelsmoor. Die Zeit hat einen Bogen gemacht um dieses verträumte Fleckchen Erde. Ja, es ist immer noch wunderschön dort nördlich von Worpswede. Und ja, alles scheint, wie es immer war. Und nein, mit dem Teufel hat das nichts zu tun. Der Moorboden der Niederung im Landkreis Osterholz zwischen Bremen und Bremervörde erwies sich für die Landwirtschaft zunächst als völlig ungeeignet. Man konnte ihn allenfalls als Heizmaterial verkaufen. Die Menschen, die seit mindestens vierhundert Jahren über die Hamme und den Wümme-Nebenfluss Wörpe dorthin vordrangen, sprachen vom doofen Moor oder vom tauben Moor, was zu dem heutigen Namen Teufelsmoor führte.

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Nach 25 Jahren …


„…ich bin der stundenschlag / ich bin ich werde bleiben…“

Fünfundzwanzig Seelenjahre sind verstrichen, seit Nikolai von Michalewsky am 27.12.2000 in Grasberg verstarb. „Im banne von gewalten“, so seine Worte, „kommt der tag / und keiner kann mich halten.“ Dann „verlasse ich mein haus – arm wie ich kam. doch eines darf nicht fehlen auf meinem weg zu Gottes thron: gib mir die liebe mit ins reich der seelen.“


Der Autor der Mark Brandis-Reihe ist uns den Weg vorausgegangen, den Weg alles Irdischen, dem keiner auszuweichen vermag, sei es angstvoll, sei es leidend, sei es vertrauensvoll… „denn immer heben Gottes hände ins gleiche licht auch dich empor“ – so spricht uns Nikolai von Michalewsky in einem seiner Gedichte Mut zu. Der Tod war für ihn „kein weg ins nichts, kein finstres tor“. Er sah einen leuchtenden Himmel am Ende seines Erdenlebens, Gottes ewiges Licht.

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