26.11.2009

OT: Theodore Sturgeon

Nachruf auf Theodore Sturgeon Ein neues Vorbild ist hinzugekommen; und im Grunde genommen bin ich betrübt, dass ich sein Werk noch nicht länger kenne: Theodore Sturgeon. Der berühmteste Hitzkopf unter den SF-Autoren, Harlan Ellison, hatte in seinem Nachruf von 1986 (siehe Auszug rechts) besser beschrieben, als ich es könnte, was das Besondere an diesem Autor war und ist: neben seiner besonderen, fast gedichthaft-rhythmischen Art, Worte zu setzen, seinem Einfallsreichtum und schriftstellerischem Können vor allem dies -- er war Empath.

Das klingt jetzt vielleicht nicht nach etwas so Außergewöhnlichem, und zu erklären, was seine Geschichten an Wirkung hinterlassen, ist so, also würde man versuchen, einem Blinden Farben zu erklären. Schlichtweg unmöglich. Also bewege ich mich mal in eine Grauzone, indem ich zu einer seiner Kurzgeschichten verweise, die es besser verdeutlichen: A Saucer Of Loneliness.

Wer sich die Worte auf der Zunge zergehen läßt, ihnen nachspürt, ist einem besonderen Genuss auf der Spur. Und ich vertraue darauf, dass der eine oder andere dann den Wunsch bekommt, mehr von Sturgeon zu lesen...

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13.10.2009

Gedanken bei der Arbeit an den neuen Folgen

Nach Band vier waren wir ja bereits zu Band sieben gesprungen. Die nächste Geschichte wird "Vorstoß zum Uranus" sein, das fünfte Buch der Serie, das wir jetzt als sechstes vertonen werden. Danach soll "Raumsonde Epsilon" erzählt werden, das achte Buch.

Warum das Springen? Ohne zuviel verraten zu wollen, kann man doch aus anderen Quellen (z.B. eben den Büchern) erfahren, dass bei VZU Brandis mit der "Hermes" zum Uranus reist, und in RE zum Pluto. In beiden Büchern landet die Hermes auf dem Uranus (jaja, das mit der Landung auf dem Gasriesen haben wir geändert). In beiden Fällen verliert die Hermes ein Besatzungsmitglied, das außenbords arbeitet (Xuma/Koskinen). Der Heimweg von VZU wird nicht erzählt. Der endlose Hinweg von RE zum Pluto muss nicht unbedingt erzählt werden, wenn man die Handlung etwas anders webt. Warum also nicht ein großes Abenteuer daraus schmieden?
Nikolai v. Michalewsky bekam damals vom Herder-Verlag für immer nur einen neuen Brandis grünes Licht. Das war zuwenig, um sich beim Schreiben den Luxus eines "großen Bogens" zu gönnen. Jetzt können wir es.

So, und jetzt wird es wirklich ernst für die treuen Fans der Bücher: der allgemeinen Wirtschaftslage und dem auch in der Zukunft herrschenden Drang zur Rationalisierung werden wir personelle Opfer bringen. Zwei Charaktere aus den Büchern werden nicht mitfliegen: Antoine Mercier, der französische Funker, und Per Dahlsen, der norwegische Koch. Warum? Diskutiert es mit uns im Forum!

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31.05.2009

Detailarbeit

Auszug aus einer Mail an Jochim als kleiner Einblick in das, was so hinter den Kulissen der neuen Hörspielproduktion bedacht werden muss...
Grischa spielt "Ujdi, sovsem ujdi" 2x, auf der Mundharmonika für den Funk in Szene 7, dann auf der Geige als erstes Stück in Sz. 16 am Strand. "Mne wsjo..." spielt er in Sz. 16 auf Vidals Wunsch auf der Geige, dann nochmal auf der Mundharmonika in der letzten Szene. Ich habe tatsächlich Noten von "Ujdi" gefunden. Zu "Mne wsjo..." bin ich schon froh, dass ich ein mp3 habe. Für die Szene 28 schlage ich "Dorogoi Dlinnoyu" vor (anbei als .mid und als .mp3), die .tif-Datei ist zumindest der Refrain als Noten.
Zwei der Lieder hatte Nikolai tatsächlich vorgegeben, deswegen versuchen wir, sie auch erklingen zu lassen. Mal sehen, ob das alles klappt, denn es muss ja ein Teufelsgeiger sein, der das spielt...

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11.08.2008

Vorbilder beim Schreiben

Ich bin als Autor in der letzten Zeit mehrfach gefragt worden, auf welchen Schultern "Mark Brandis" als Hörspiel steht. Das Offensichtliche mal weggelassen (NvMs Bücher) kann ich nicht ohne ein gewisses Bedauern sagen, dass ich auf der Suche nach Vorbildern, mit welcher Vision und welchem Detailreichtum Mark Brandis' Welt und sein (verändertes) Universum aussehen sollte, ausschließlich in die USA schauen konnte -- und zwar weniger zu Hörspielen, als mehr zu SF-TV-Serien.

Es ist beängstigend, wie gut seit der Jahrtausendwende US-amerikanisches SF-TV wieder geworden ist. Joss Whedons Western-SF-Hybrid Firefly schaffte es mit nur 14 Episoden, einen riesigen Kreis an Fans zu mobilisieren, die den Charakteren rund um Malcolm Reynolds überallhin folgen. Ron Moores Neukonzeption der 70er-Jahre-Serie Kampfstern Galactica überzeugte vom Start weg mit einem großen Wurf in der Konzeption einer riesengroßen Welt komplett mit komplexer Vergangenheit und Gegenwart hin zu einer ungewissen Zukunft. Heroes hat das, was eine Serie sein kann, erweitert und gezeigt, dass es funktionieren kann, einer Serienwelt immer neue wiederkehrende Charaktere hinzuzufügen.

Aber in letzter Konsequenz ist eine funktionierende Serie, egal ob Film, TV, Hörspiel oder Buch eins: glaubwürdige, komplexe und echte Charaktere in einer packenden Handlung. Klingt so einfach, ist aber große Kunst. Hier mitzuhalten ist viel Arbeit. Es gibt in den USA ein paar richtige Meister im Moment. Und dass ich denen beim Schreiben nachstrebe, gebe ich gerne zu.

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